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1.Männer unterliegen in Gladbach knapp

Die 1.Männermannschaft des ATV verliert ihr Meisterschaftsspiel beim Ligakonkurrenten Bor. M´gladbach mit 21:24 (9:11) Toren. In einer von starken Abwehrreihen dominierten Partie führte das Team von ATV-Coach Achim Schürmann in Halzeit Eins sogar mit vier Treffern, bevor die Gladbacher sich Tor um Tor herankämpften und die Pausenführung erzielen konnten. In der zweiten Hälfte verteidigten die Gastgeber den Vorsprung geschickt, so dass der ATV den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen konnte.............................................................................................

ATV-Coach Schürmann redet sich in Rage

Handball-Oberliga Männer: Borussia Mönchengladbach schlägt den ATV 24:21 (11:9). Nach gutem Beginn im Angriff und einer überzeugenden Abwehrleistung bringen 24 technische Fehler die Aldekerker um den möglichen Sieg.
VON REINHARD PÖSEL

ALDEKERK Der Abend sollte eigentlich anders enden. Das merkte man Achim Schürmann an, als er sich vor der Jahnhalle unweit des Gladbacher Volksgartens in Rage redet. Alle Beschwichtigungsversuche der Umstehenden schlugen fehl. „Soll ich denn nach so einer Leistung einiger Spieler noch gute Miene zu einem gar nicht so guten Spiel machen?“, fragte der Aldekerker Trainer in die Runde. Die Antwort wartete der 39-Jährige nicht ab. In ihm brodelte es, der Kessel stand unter Druck, auch ein Bekannter aus gemeinsamen Rheinhauser Zeiten übte nur kurzzeitig einen beruhigenden Einfluss auf den unter Dampf stehenden Aldekerker Coach aus.

21:24 (9:11) hatte seine Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach verloren - gegen ein Team, das nach dem fünften Punktverlust der Ratinger in Folge jetzt noch einmal ganz oben angreifen kann. Eine gefühlte Ewigkeit versucht die Mannschaft von Trainer Zoran Cutura jetzt schon den Titel zu erringen. Immer war irgendein anderes Team einen Tick besser - zweimal im Übrigen auch der ATV.

Die Chance, noch einmal oben anzugreifen, hätten die Aldekerker bei einem Sieg auch gehabt. Das sagt Schürmann zwar nicht, aber es bleibt trotzdem richtig. Ein Aldekerker Sieg in der Jahnhalle war möglich. Wenn, ja wenn - und damit nähern wir uns wieder dem Kessel, in dessen Innern der Frust des Aldekerker Trainers sprudelte.

„Wir kommen super in das Spiel“, sagt Schürmann, „überraschen Gladbach mit unserer Taktik, Christoph Kleinelützum im Angriff auf der Mitte spielen zu lassen. Denen fiel minutenlang nichts ein, rein gar nichts. Die waren hilflos, komplett hilflos.“ Dazu stehe der ATV „bärenstark“ in der Abwehr, könne sich darauf verlassen, dass „Colt“ (ATV-Keeper Lindenau, Anm. der Red.) die von den Abwehrspielern nicht kontrollierte Ecke des Tores verteidigt - „und dann lädt man die Gladbacher mit gleich in Serie produzierten technischen Fehlern ein, in kürzester Zeit einen 5:8-Rückstand in eine 11:9-Halbzeitführung umzudrehen“.

Lars Wittwer, der nach seinen Knie-Operationen nicht mehr aktiv auf der Platte stehen kann, dafür aber penibel Buch führt und Daten über das Spiel sammelt, liefert die Fakten zu den Ausführungen von Schürmann. „8:5 lagen wir nach gut einer Viertelstunde vorne“, ehe das Gewitter an technischen Fehlern die Aldekerker aus der Spur spülte. „14 bis zur Pause, neun danach“, rechnet Wittwer vor.

Die zusätzlich gelieferte Information, dass die Fehlerquote bei den Torwürfen anders als noch zuletzt diesmal in einem erträglichen Rahmen blieb, nahm Schürmann nur beiläufig zur Kenntnis. Auch die Tatsache, dass der ATV besonders dann konzentriert auftrat, wenn er personell zur Unterzahl verdammt war, wollte er nicht hören. Die unnötige Niederlage, die galt es zu analysieren. Gegen eine Gladbacher Mannschaft, die mit ihrer Leistung vom Samstagabend schlagbar gewesen wäre.

„In der Pause sag ich der Mannschaft noch, wir spielen jetzt bei jedem Angriff die Uhr gnadenlos herunter, bis die Schiedsrichter passives Spiel pfeifen. Aber tut mir einen Gefallen und haltet die Bälle fest“, öffnet Schürmann einen Spalt weit die Kabinentür. Und dann hat er noch hinzugefügt. „Wir stehen heute in der Abwehr so gut, dass wir uns jeden Ball, den die Schiedsrichter vorne abpfeifen, hinten zurückholen. Doch was passiert? Fast noch einmal so viele technische Fehler wie in den ersten halben Stunde.“ Unfassbar, unerklärlich sei das.

Die Gladbacher Spieler, die nach einer 17:12 (40.)- und 21:17 (54.)-Führung beim Stand von nur noch 21:20 vier Minuten vor Schluss auf der Kippe standen, nutzen nach erneuten Abspielfehlern oder schlecht vorbereiteten Würfen der Aldekerker zwei, drei Tempogegenstöße, um den Sack zu ihren Gunsten zuzumachen. „Die haben sich doch dafür bedankt, dass wir so dämlich waren. Wir haben ihnen doch überhaupt erst die Chance zum Überleben geschenkt“, sagt Schürmann. Das könne man auch durch ein wie auch immer geartetes Training nicht abstellen, das sei „reine Kopfsache“. „Da werden in der Vorbereitung auf das Spiel zig Videosequenzen gezeigt, in denen schießt Gladbachs Rückraumlinker Marquardt immer lang - erst recht gegen Ende eines Spiels. Und was passiert zwei Minuten vor Schluss - Marquardt trifft zum 22:20. Und wie? Lang.“ Auch das Anspiel quer durch den Kreis von Panitz auf Elis, das kurz vor Schluss zu einem weiteren Tor gegen Aldekerk führt, sei angesprochen worden.

Der Rest des samstäglichen Abends hätte vermutlich nicht ausgereicht, um den gesamten Ärger des Aldekerker Trainers aufzunehmen. Sollte sich allerdings einiges davon in einer konzentrierteren Leistung der Aldekerker Mannschaft am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer SG Langenfeld niederschlagen, dann wäre die Ausschüttung an Endorphinen des Trainers nicht umsonst gewesen.

Die Daten des Spiels
Christoph Kleinelützum trifft beim ATV am besten

ATV: Lindenau, Thommessen - Kleinelützum (6), Wefers (3), Mumme (3), Schneider (3/2), Jentjens (2), Pietralla (1), Dickel (1), Nacken (1), Küsters (1), Kempmann, C. Greven, Culm (n.e.).

Nächstes Spiel: ATV - SG Langenfeld (Samstag, 25. Januar, 19 Uhr, Vogteihalle Nieukerk).
 
Publikation          Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe      Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag  Montag, den 20. Januar 2014
Seite                   19

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