1.Männer - Lindenau ringt Panther nieder

Im Spitzenspiel der Handball-Oberliga bezwingt die 1.Männermannschaft des ATV den bisher ungeschlagenen Tabellenzweiten, die HSG Bergische Panther, nach einer überragenden ersten Hälfte und mega-spannender zweiter Halbzeit mit 24:23 (15:10) Toren. In Hälfte Eins zeigte der Turnverein eine ausgezeichnete Abwehrleistung, die im gesamten Spiel nur noch durch die überragenden Paraden von Florian Lindenau im Tor des ATV übertroffen wurde. Lindenau sicherte seinem Team letztlich den Sieg und legte damit ATV-Coach Achim Schürmann zwei Punkte unter den Weihnachtsbaum.

Mit Leidenschaft um den Sieg gekämpft

Handball-Oberliga Männer: Mit 24:23 (15:10) fügte der TV Aldekerk den Bergischen Panthern die erste Saisonniederlage zu.
VON REINHARD PÖSEL

ALDEKERK Da war sie wieder die Szene nach Spielschluss: Ein Knäuel von Aldekerker Spielern, die ausgelassen ihre Freude über den soeben errungenen Sieg über die Bergische Panther feierten. Wieder, wie in der Vorwoche schon gegen Solingen, war es am Ende knapp, wieder mussten bange Minuten überstanden werden, nachdem Stefan Pietralla und Christopher Liedtke bei einer Führung von einem Tor gute Tormöglichkeiten „verblasen“ hatten, wie es ATV-Trainer Achim Schürmann nannte.

Nur am Samstag lag nicht wie noch in der Vorwoche der Schütze des siegbringenden Tores ganz unten in dem Spielerknäuel, sondern Keeper Florian Lindenau. Nicht allein nur in der entscheidenden Schlussphase vernagelte er förmlich sein Tor. Je länger das Spiel andauerte, umso besser schien er die Wurfbilder der gegnerischen Schützen zu kennen. Denn was Erwin Reinacher mit seinen gestemmten Sprungwürfen aus dem Rückraum oder Simon Kluge von der Rechtsaußenposition auch anstellten, Lindenau stand im bedrohten Eck und vereitelte in den Schlussminuten den mehrfach möglich gewesenen Ausgleich der Panther.

Der 32-Jährige im Aldekerker Kasten, den seine Mitspieler nur „Colt“ rufen, bildete mit seiner fast schon meditativ-stoischen Ruhe den Kontrast zu einem von beiden Seiten leidenschaftlich geführten Spiel. Wie präsent beide Mannschaften auf der Platte standen, zeigte die Anfangsphase, in der die Schiedsrichter die gelben Verwarnungskarten gar nicht wegzustecken brauchten. So häufig wurden sie gebraucht. So resultierten auch die ersten Tore fast ausnahmslos aus Strafwürfen.

Zu einer grenzwertigen Aktion kam es in der 9. Spielminute, in der Rainer Hantusch irgendeinen Teil seines wuchtigen Körpers rustikal in das Gesicht von Tim Gentges drehte. Der Aldekerker, der den verletzten Christoph Kleinelützum auf der linken Rückraumposition vertrat und schon angeschlagen ins Spiel gegangenen war, musste längere Zeit behandelt werden - kam dann mit einem Kopfverband zurück aufs Spielfeld.

Angesichts der Bedeutung des Spiels - „Mit einer weiteren Niederlage wäre für uns die Saison hinsichtlich der Meisterschaft wohl vorbei gewesen“, sagte Aldekerks Thomas Plhak - schien die Verletzung von Gentges von zu vernachlässigender Bedeutung zu sein. Das Spiel kam dann auch sehr schnell in ruhigeres Fahrwasser, ohne an Qualität zu verlieren. Besonders im ersten Durchgang wurde diese von der Heimmannschaft in die Begegnung getragen. Effizient in Abwehr und Angriff setzte die personell auf der letzten Rille fahrende Aldekerker Mannschaft einige herausragende Akzente. „Das war wohl das Beste, was die Mannschaft in dieser Saison gezeigt hat“, sagte Trainer Schürmann. Zwischen der 20. und 25. Minute vergrößerte der ATV die bis dahin hart umkämpfte Führung auf einen für die Klasse beider Mannschaften fast schon komfortablen Vorsprung von 14:9-Toren.

Und weil die Panther nicht zu Unrecht in der laufenden Saison noch von keiner Mannschaft in der Oberliga geschlagen wurden, waren sie dann auch im zweiten Durchgang in der Lage, mit kleinen taktischen Nachjustierungen in der Abwehr (offensivere Deckung gegen die Aldekerker Halbpositionen) und der individuellen Klasse ihrer Spieler den Rückstand aufzuholen. Hantusch, der nur sporadisch im Angriff eingesetzt wurde, brachte seine Mannschaft in der 45. Minute mit 20:19 in Führung.

Jetzt wogte die Partie hin und her. Nichts für schwache Nerven. Dem ATV gelang es dann mit größter Willenskraft, sich noch einmal mit zwei Toren abzusetzen und hätte bei eigenem Ballbesitz mehrmals alles klar machen können. So wurden es hinten heraus unnötig bange Minuten - den Sieg allerdings ließ der ATV sich nicht mehr nehmen.

Die Spielstatistik

ATV-Treffer verteilen sich auf acht Spieler

TV Aldekerk: Lindenau, Thommessen - Gentges (6), Plhak (5/4), Pietralla (4/2), Culm (3), Liedtke (3), Nacken (1), Wefers(1), Welzel (1), Jentjens, Kempmann, Küsters, Schnaithmann.

Torschützen Bergische Panther: Klatt (8/6), Reinacher (5), Kluge (4), De la Fuente (2), Schneider (2), Hantusch (1), Schwamberger (1).

Publikation             Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe        Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag    Montag, den 17. Dezember 2012
Seite                      25